Donnerstag, 16. August 2012

Kieser Training 1.0

Ich bin bereits seit vielen Jahren Kunde bei Kieser-Training und damit insgesamt sehr zufrieden. Meine Rückenbeschwerden haben sich dadurch stark gebessert und mir gefällt auch das minimalistische Ambiente und die Effizienz (mit Umkleiden maximal 45 Minuten, einmal die Woche - wobei 2x natürlich besser wäre ;-)). Die Mitarbeiter sind freundlich und kompetent. Passt soweit alles.

Was ich aber schade finde ist, dass Herr Kieser sich dem technischen Wandel so stark verschließt. Siehe dazu dieser Beitrag in der Hauszeitschrift und die Entwicklung einer Kieser-App ablehnt. Dabei fände ich das mehr als praktisch.

1. Das Training ist zeitbasiert: An jedem Gerät wird bis zu zwei Minuten trainiert. Je nachdem, wie lange man durchhält, bleibt das Gewicht für das nächste Training gleich, wird erhöht oder reduziert. Aktuell muss man meist seinen Kopf verrenken, um einen Blick auf eine der (zum Glück zahlreich vorhandenen) Uhren zu werfen, sich merken wann es los ging und dann schauen, wann man fertig ist. Das ganze wird dann manuell auf einer Karte eingetragen. In eine App könnte eine Stoppuhr eingebaut sein und auf Wunsch wird auch automatisch das Gewicht für das nächste Training angepasst.

2. Kieser-Training gibt es in vielen Städten. Aktuell ist es so, dass die Karte per Fax an ein anderes Studio gesendet wird, wenn man dort trainieren könnte. Später muss man dann seine Eingaben auf die Original-Karte übertragen. Mit einer App hätte man immer die aktuellen Einstellungen dabei.

3. Auswertungen über den Trainingsverlauf könnten automatisch erstellt werden zur Motivation und auch als Hilfe für die Instruktoren.

Natürlich haben sich mittlerweile einige Programmierer des Problems angenommen und Apps entwickelt, zum Beispiel KBuddy für das iPhone. Problem dabei ist aber, dass die Daten lokal gespeichert werden. Mein nächstes Smartphone wird aber sicherlich ein Android-Betriebssystem haben, dann wären alle Daten futsch und ich müsste alles in eine andere App neu eingeben. Statt dessen wünsche ich mir, dass die Daten in der Cloud abgelegt werden, so dass zum Beispiel auch vom PC darauf zugegriffen werden könnte und von allen mobilen Endgeräten aus - ähnlich wie es bei zum Beispiel RunKeeper der Fall ist. Dafür würde es sich anbieten, wenn Kieser das selbst zur Verfügung stellen könnte. Natürlich dann auch mit einer Verwaltung der Vertragsdaten etc.

Am Training muss sich für mich gar nichts ändern, aber sich so ganz dem technischen Fortschritt und den damit verbundenen Annehmlichkeiten zu versagen, dass finde ich schon schade. Und nicht nur ich, wie zum Beispiel auch dieser Blog-Beitrag zeigt.

Update 11.12.2014: In der neuen Ausgabe seines Kundenmagazins REFLEX hat Kieser-Training angekündigt, dass es bald auch eine offizielle Kieser-App geben würde - allerdings zunächst nur für Apple/iOS, eine Android-Version solll folgen.