Dienstag, 23. Oktober 2012

Yoga Nidra

Schon seit langer Zeit suche ich für mich nach einer effektiven und effizienten Entspannungsübung, um auch in stressigen Zeiten immer wieder mal zur Ruhe kommen zu können.

Meine Anforderungen daran sind, dass die Übungen nicht zu viel Zeit beanspruchen dürfen, funktionieren müssen und ohne esoterisches oder spirituelles Drumherum auskommen müssen.

In der Vergangenheit habe ich bereits ausprobiert:

Mittagsschlaf
Wenn ich richtig aufgedreht bin, finde ich dafür keine Ruhe und komme nicht in den Schlaf, sondern mache mir weiter Gedanken. Schlafe ich ein, brauche ich hinterher oft einige Zeit, bis ich wieder richtig wach bin (auch wenn es nur ein kurzer Schlaf war) und habe abends oft Probleme, dass ich dann aus dem Schlafrhythmus komme.

Entspannungs-Kassetten (ist schon länger her, da gab es noch Kassetten ;-)
Nett, um sich ein paar Gedanken zu machen, aber von Entspannung keine Spur. Nach einigen Malen anhören eher Langeweile.

Progressive Muskelentspannung
Dazu habe ich letztes Jahr sogar mal einen VHS-Kurs besucht. Allerdings haben mich die Anspannungen eher verspannt als entspannt. Vielleicht habe ich es dabei auch übertrieben. Aktuell mache ich vor dem Schlafen eine abgewandelte Form der Muskelentspannung, bei der ich nur die Muskeln entspanne, ohne sie vorher anzuspannen und das klappt recht gut. Ich nutze dafür eine CD bzw. ein MP3.

Yoga Nidra
Der Durchbruch in Sachen Entspannung kam aber durch einen Blogbeitrag bei Fernstudium-Infos.de, in dem ein Blogger berichtet hat, dass er Yoga Nidra zum Beispiel einsetzt, wenn er wenig Schlaf bekommen hat.

Zunächst war ich da ja eher skeptisch, weil ich bei Yoga doch eher an irgendwelche Körper-Verrenkungen gedacht habe. Bei Yoga Nidra ist es aber so, dass man sich gar nicht bewegt. Und gerade darin liegt eine der Besonderheiten des Konzepts.

Das Programm (CD) geht über 25 Minuten. Man legt sich ganz gerade auf den Rücken auf eine Matte (ich nehme das Bett, aber ohne Decke, Kissen etc.) und soll sich möglichst die gesamte Zeit über nicht bewegen und auch nicht einschlafen.

Es gibt dann verschiedene Elemente, wie zum Beispiel eine Affirmation ("Ich lebe ruhig und gelassen"), eine Aufmerksamkeits-Reise durch den Körper, die bewusste Konzentration auf den Atem und einige mehr, aber diese drei Teile finde ich am wichtigsten.

Ich mache das Ganze jetzt täglich seit ungefähr drei Monaten und stelle fest, dass es mir wirklich etwas bringt. Egal wie stressig der Tag bis dahin war, fühle ich mich nach der Runde Yoga Nidra (wenn es geht, mache ich das in der Mittagszeit) deutlich gelassener und auch wieder fitter. Insbesondere schaffe ich es jetzt, auch in der zweiten Tageshälfte bis in den Abend hinein noch konzentrierter zu arbeiten und effizienter zu sein, so dass ich nicht den Eindruck habe, dass mir die in die Entspannungsübung investierte Zeit wirklich fehlen würde.

Ach ja, manchmal schlafe ich dabei auch kurz ein und merke dann irgendwann, dass ich einen Teil der Übung nicht mitbekommen habe. Aber dennoch habe ich nicht das Gefühl, hinterher schlapp zu sein. Vielleicht liegt das auch an der bewussten Aktivierung am Ende der Übung.