Freitag, 18. Januar 2013

Mein MOOC Maker Course Tagebuch #mmc13 - 18.01.2013

Tag Drei

Heute ist also wirklich schon der dritte Tag im MMC13. Beachtlich finde ich, dass es laufend weitere Anmeldungen gibt - der Counter für die anonymen Anmeldungen liegt jetzt (07:22 Uhr) bei genau 300. Und auch öffentliche Anmeldungen kommen immer noch weiter rein.

Morgenlektüre

Endlich verstehe ich, was es mit der ominösen Zahl von 150 Mindest-Teilnehmern für einen MOOC auf sich hat, damit dieser "Massive" ist. Dank eines Beitrags von Stehpen Downes, der ganz frisch ist und sich mit der Frage beschäftigt "What Makes a MOOC Massive?". Dazu habe ich etwas bei Google+ geschrieben und musste natürlich auch gleich meinen Beitrag "Was ist ein MOOC?" von gestern überarbeiten.

Blog-Aggregator

Für den gestrigen Tag werden 15 neue Blog-Artikel im Aggregator gelistet. Mein gestriger Tagebuch-Eintrag ist noch nicht mit dabei, vielleicht weil ich ihn erst abends abgesendet habe. Einige habe ich kurz angelesen, von einigen hatte ich gestern auch so schon etwas mitbekommen. Ich entschließe mich, das nicht weiter zu vertiefen um mich nicht zu verzetteln

Noch ein Update

Gestern war bei mir die Frage aufgetaucht, ob ein MOOC ausschließlich online statt finden muss oder auch Offline-Elemente enthalten darf (Präsenzveranstaltungen, Prüfungen, Gruppentreffen im Real-Life etc.). Darauf habe ich eine kompetente Antwort von Claudia Bremer bekommen - es handelt sich dann wohl um "Blended MOOCs", angelehnt an Blended Learning, wie es ja auch im Fernstudium zum Einsatz kommt. Also meinen "Was ist ein MOOC"-Artikel nochmals aktualisieren.

Ich freue mich gerade total, dass sich nun innerhalb von einem Tag zwei große Fragezeichen, die ich gestern bei meinen Überlegungen hatte aufgelöst haben. So mache MOOCen Spaß :-) Weniger spaßig ist es, dass meine Morgenstunde schon wieder um ist, in der ich eigentlich einen Artikel zu den verschiedenen MOOC-Arten schreiben wollte.

MMC13 live

Heute um 17 Uhr war es soweit - der MMC13 war live in einem Hangout on Air mit den drei Veranstaltern und vier Gästen. Obwohl ich nur Zuschaue war und versucht habe, zusätzlich bei Twitter und in den Google+ Kommentaren mitzukommen, fand ich das ganze schon recht anstrengend und war hinterher etwas platt. Hat sich aber gelohnt, da ich viele Infos mitbekommen habe und außerdem war es auch schön, die zum Teil bekannten und zum Teil bisher nicht bekannten Akteure mal in Aktion zu sehen.

Drei Fragen sind für mich hängen geblieben:
- Kann man einen MOOC wiederholen?
- Ist es erstrebenswert, dass alle Teilnehmer eines MOOCs sich aktiv beteiligen?
- Ist der Veranstalter für den Erfolg eines MOOCs verantwortlich?

Soweit ich dies verfolgen konnte, gab es dazu jeweils unterschiedliche Meinungen, aber keine endgültigen Antworten.

Wer sich das Ganze ansehen möchte:

(Tweets, Live-Atmosphäre etc. kommen dabei natürlich nicht rüber)

Ein kleines Facebook-Experiment

Ich habe den Eindruck, dass MOOCs bisher ausschließlich in relativ begrenzten Kreisen (Bildungs-Akteure, evtl. auch intensiv Web-Interessierte) bekannt sind und habe als kleinen Test mal über meinen privaten Facebook-Account geschrieben, dass ich zur Zeit an einem MOOC teilnehmen würde und wem das etwas sagen würde. Niemand gibt wohl gerne zu, etwas nicht zu wissen ;-) aber ein paar Mutige gab es dennoch - und keiner von diesen hatte bisher etwas von MOOCs gehört. Sicherlich in keiner Weise repräsentativ, aber hat zumindest meinen Eindruck weiter verstärkt.

In der anschließenden Diskussion in den Kommentaren kam unter anderem die Überlegung auf, dass ein griffiger, möglichst deutscher Begriff vermutlich deutlich ansprechender wäre, als die kryptische Abkürzung.

Kommentare:

  1. Als ich das Hangout verfolgte, kamen mir folgende Gedanken: Lernen bei MOOC13 - auch beim Hangout - geschieht tastend und visuell beim Mitschreiben und beim Gedankenaustausch in Gruppen.
    Das Produzieren von Neuem ereignet sich anschließend und gleichzeitig während dieser Tätigkeiten.
    Durch diese Art von Wissenserarbeitung formen sich rasch bleibende Vernetzungspfade hin zum Langzeitgedächtnis, ohne siebenmal wiederholen zu müssen.
    Ob es hierzu eine Studie gibt? Hm, da habe ich lediglich eigene Erfahrung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen - auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Es gibt gar keine selbstverständlichen Voraussetzungen und Homogenität im menschlichen Irrgarten.
    Hattie (1) sammelte u.a. Studien zu Gruppen eines unterschiedlichen Levels und zu freiem Lernen. Er kam zu einem völlig anderen Ergebnis, aber „glaube nie einer Studie, nur deiner eigenen, denn da weißt du, was noch zu überprüfen wäre...“, las ich irgendwo.

    Ich freue mich über meine eigenen Lernfortschritte mittels MOOC13 schon in der ersten Woche. Ich wünsche mir eine Vernetzung im Web2.0, an Unis, in der Ausbildung und mit lebenslänglichen Lernern aus verschiedenen kulturellen Kreisen, denn ich bin ein Nomade. :-)
    Hoffentlich ergibt sich eine intensive Vernetzung zwischen 'MOOClern' on- und offline - auch wenn man bei Offline-Aktivitäten, das blended MOOC nennen würde. Letzteres habe ich dem Tagebuch hier entnommen. Vielen Dank dafür Markus Jung. :-)
    Noch ein Link zur Hattie-Studie:.
    http://www.zeit.de/2013/02/Paedagogik-John-Hattie-Visible-Learning

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    1. Danke für deinen Kommentar. Ich stimme dir zu, was den Lernnutzen schon nach wenigen Tagen im MMC13 angeht - sowohl inhaltlich als auch methodisch. Ob MOOCs wirklich eine geeignete Lernform für die Breite sind, da bin ich noch skeptisch, sogar fast noch mehr als vor Beginn des MMC13 und bin gespannt, welche Diskussionen es dazu in den nächsten Wochen noch geben wird.

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  2. Danke für deine super interessanten Ideen, Markus! Das Facebook-Experiment habe ich soeben wiederholt,und zwar in der Gruppe "Deutschlehrer weltweit".
    Über zwei der drei von dir gestellten Fragen möchte auch ich nachdenken:
    - Ist es erstrebenswert, dass alle Teilnehmer eines MOOCs sich aktiv beteiligen?
    In dem MOOC ITyPA wurden alle TN vorab über ihre Rechte aufgeklärt. Nr. 1: Jeder hat das Recht, nicht (aktiv) teilzunehmen. http://www.actionsfle.com/?p=822
    - Ist der Veranstalter für den Erfolg eines MOOCs verantwortlich?
    Ich glaube nicht. Anders gesagt, jeder TN muss seine Lernziele selbst definieren und seinen Erfolg an diesen Zielen selbst messen. Dies ist ein erster Gedanke. Ich vermute, die Sache ist etwas komplexer ;)

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    1. Danke für deine Überlegungen.

      Ich bin gespannt, welche Ergebnisse dein Experiment in der Facebook-Gruppe hat - die Zielgruppe Deutschlehrer ist ja eigentlich etwas näher dran am Bildungsgeschehen.

      Meiner Meinung nach würde es auch ein Problem mit der Anzahl der Beiträge geben, wenn alle Teilnehmer des MOOCs auch nah außen hin aktiv daran teilnehmen würden - und es passt vielleicht auch gar nicht zu den Zielen des Einzelnen. Gerade für einen Kurs, der "open" ist, sollte auch offen bleiben, wie der Einzelne davon profitieren möchte. Und auch, wie viel Zeit er aufbringen kann.

      Was die Verantwortlichkeit der Veranstalter angeht, sind diese sicherlich nicht für den Erfolg des Einzelnen verantwortlich. Aber für den MOOC insgesamt liegt es glaube ich schon zu einem großen Teil mit an den Veranstaltern, ob dieser erfolgreich werden kann. Zum Beispiel dadurch, dass gute Rahmenbedingungen geschaffen werden und transparent wird, was Teilnehmer von dem Kurs erwarten können und auch, was sie an Voraussetzungen (zum Beispiel Kompetenz in Web-Werkzeugen) mitbringen müssen. Das vermeidet dann viele mögliche Enttäuschungen.

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