Dienstag, 30. April 2013

ich.kurs 13 - Lebenslinie

Eine der Aufgaben in der ersten Kurseinheit ist es, eine Lebenslinie zu erstellen. Dabei geht es darum, für wichtige Lebensereignisse festzuhalten, wie es einem zu dem jeweiligen Zeitpunkt ging (Skala von 0 bis 10).

Eine PDF als Vorlage gibt es hier.

Empfohlen wird, von der Gegenwart auszugehen und dann nach und nach weiter in die Vergangenheit zurück zu gehen.

Gedanklich hatte ich mich damit bereits beschäftigt und wollte jetzt eigentlich etwas zu Papier bringen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass dies gar nicht so einfach möglich ist.

Wenn ich an einige Ereignisse in meinem Leben denke, bei denen ich zunächst meine, dass es mir da sehr schlecht ging, so mag das in vielerlei Hinsicht tatsächlich so gewesen sein, in anderer Hinsicht lagen aber auch gerade darin Anstöße für Verbesserungen oder auch schöne Erlebnisse, die sehr positiv prägend waren, auch wenn es aufgrund der insgesamt schwierigen Verhältnisse zeitlich immer nur kurze Momente waren.

Vieles gehört nicht in einen öffentlichen Blogbeitrag. Aber ein Beispiel kann ich nennen. Wenn ich an die Geburt meines Sohnes und die anschließende Feststellung zurück denke, dass er das Down Syndrom hat, so war das in gewisser Hinsicht schon erstmal das Gefühl, dass jetzt die "Welt zusammen brechen würde" und es ging mir definitiv schlecht, auch aufgrund von vielen damit verbundenen Entwicklungen und Belastungen. Auf der anderen Hinsicht habe ich auch gerade in dieser Zeit gemerkt, wer mich und uns wirklich unterstützt hat und im Verhältnis zu meinen Sohn habe ich Liebe in einer bisher kaum gekannten Intensität erlebt (und erlebe dies bis heute). Wo also sollte ich da auf der Lebenslinie einen Wert festlegen?

Ich habe die Aufgabe für mich genutzt, um wichtige Ereignisse in meinem Leben nochmal durchzugehen und bin fast überall zu dem Ergebnis gekommen, dass sowohl die auf den ersten Gedanken als sehr schön erinnerten Zeiten als auch die zunächst nur mit negativen Eindrücken verbundenen Abschnitte fast immer auch eine andere Seite hatten.

Dennoch bleibt ein gewisses Fazit, was für mich wesentlich ist, damit ich mich gut fühle. Aktiv sein zum Beispiel, etwas bewegen, nach meinen Vorstellungen leben können und Freiräume haben, etwas ausprobieren können und positive Begegnungen mit Menschen in einer guten Mischung mit Rückzugszeiten für mich sowie Zeiten der Entwicklung und als Gegenpol eher konstante Zeiten oder zumindest konstante Lebensbereiche. Natürlich auch die eigene Gesundheit und die der Menschen, die mir wichtig sind.

Und als Konsequenz daraus auch künftig darauf zu achten möglichst viel dafür zu tun, damit es mir gut geht und zu wissen, was dies ist. Verbunden mit dem Bewusstsein, dass manches sich auch nicht beeinflussen lässt und das oft zunächst negativ erscheinende Ereignisse häufig auch Gutes mit sich bringen.

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