Donnerstag, 25. April 2013

Sich behaupten - aber auf Augenhöhe

In der Mai-Ausgabe von "Psychologie heute" ist ein Beitrag erschienen, in dem ein interessantes (wenn auch nicht neues) Konzept vorgestellt wird. Es geht darum, sich für seine Interessen (oder auch für die Interessen anderer) einzusetzen, dies aber auf Augenhöhe zu tun.

Ein amerikanischer Sozialpsychologe hat in Experimenten herausgefunden, dass sich viele Menschen entgegen dem allgemeinen Eindruck von der Ellenbogengesellschaft sehr viel gefallen lassen. Vermutlich fallen aber einfach diejenigen mehr auf, die ständig auf ihrem "guten Recht" bestehen und selbst aus Kleinigkeiten einen Aufstand machen. Ich denke, es ist gut, sich für seine Interessen einzusetzen, wenn es um etwas geht - bei einigen Mitmenschen habe ich aber den Eindruck, dass es ihnen nur darum geht, sich selbst wichtig zu machen und anderen dafür das Leben schwer.

In dem Artikel werden drei Kategorien von Handlungsalternativen vorgestellt:

1. Rechte offensiv/aggressiv verteidigen

2. Nichts tun - unterwerfen

3. Verhandlungsweg - auf Augenhöhe - Interessen zum Ausdruck bringen - dem Anderen die Möglichkeit geben, sein Gesicht zu wahren

Natürlich wir der dritte Weg als den anderen beiden überlegen dargestellt, da er die besten Chancen bietet, Interessen deutlich zu machen und ggf. auch durchzusetzen und sich auch hinterher noch in die Augen schauen zu können.

Es gibt aber meiner Meinung nach zwei Einschränkungen:

Zunächst muss finde ich nicht für jede kleine Situation ein Fass aufgemacht werden und es lohnt sich schon, kurz zu überlegen, ob einem etwas wirklich wichtig ist und den nötigen Aufwand und die Energie lohnt. Wobei dies vielleicht doch häufiger der Fall ist, als man meint.

Außerdem kommt es immer auch auf das Gegenüber an. Mit manchen Menschen ist ein vernünftiger Dialog leider kaum möglich. Aber auch hier kann man sicherlich versuchen, sich nicht auf das zum Beispiel aggressive Verhalten des anderen einzulassen.

Wie gesagt - nichts Neues, aber lohnt sich vielleicht doch immer wieder mal bewusst zu machen.

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