Donnerstag, 25. Juli 2013

ich.kurs 13 - Einheit 5: Emotionen

In der Einführung wird erläutert, welche Funktion Emotionen haben. Im Grunde soll durch die Gefühle eine passende Reaktion auf eine Situation eingeleitet werden - das gilt sowohl für Emotionen wie Angst oder Wut, als auch für Freude oder Mitgefühl. Da der Körper dazu in einen Ausnahmezustand versetzt wird, der von dem normalen, ausgeglichenen Zustand (was zum Beispiel Atmung, Durchblutung, Herzfrequenz etc. angeht) abweicht, kommt es zu ungesundem Stress, wenn der Körper dauerhaft emotional angeregt ist, und nicht mehr nur in einer speziellen Situation, um danach wieder herunter zu fahren.

Nach der James-Lange-Theorie löst eine Situation zunächst körperliche Reaktionen wie Muskelzitteln oder schnellere Atmung aus, und daraus ergibt sich dann eine Emotion wie zum Beispiel Angst oder Aufregung. Das erklärt dann auch, warum viele Entspannungstechniken gar nicht kognitiv bei der Emotion selbst ansetzen, sondern darauf abzielen den Atem zu beruhigen oder die Muskeln zu entspannen und damit indirekt dann auch den Geist zu beeinflussen.

Spannend fand ich die Information, dass Emotionen zwar bestimmte Verhaltensweisen körperlich vorbereiten und nahelegen (zum Beispiel "Angriff oder Flucht" bei Angst), diese aber nicht wie bei einem Reflex automatisch ausgeführt werden, sondern durchaus noch die Möglichkeit der Bewertung und Reaktion vorhanden ist - ohne dass dann allerdings die Emotion sofort wieder verschwindet. Als Beispiel wird der Tiger genannt, der Angst auslösen könnte. Wird aber bemerkt, dass dieser ja hinter einer Glasscheibe ist, ist zwar zunächst immer noch die körperliche Reaktion da, aber als Handlung kann statt weg laufen zum Beispiel bewusst gewählt werden, ein Foto zu machen. Es ist allerdings schon so, dass kognitive Ressourcen ausgebremst werden, so dass es gut ist, schon im Vorfeld verschiedene grundlegende Handlungsalternativen bereit liegen zu haben, auf die dann zurück gegriffen werden kann und nicht erst umfangreiche Denkprozesse anstoßen zu müssen, was vermutlich nicht funktioniert. Aber auch dieses Bewusstsein schafft ja eine Handlungsmöglichkeit, zum Beispiel um Bedenkzeit zu bitten oder (evt. vorübergehend )aus einer Situation auszusteigen. An anderer Stelle wird das Symbol von zwei Herdplatten verwendet, einer heißen und einer kalten. In einer "hitzigen" Situation ist es nicht möglich, von der heißen auf die kalte Platte zu wechseln - aber es ist (oft) möglich, den Topf kurz vom Herd zu nehmen, um dann zu entscheiden, ob die Emotion genutzt werden soll um zu handeln, oder ob es eine Alternative gibt.

Sehr interessant finde ich die Übung Glücksgefühle. Dabei geht es darum, sich bewusst schöne Situationen vorzustellen und dies mit einem körperlichen Auslöser (zum Beispiel Berührung der Hand) zu verknüpfen, um diese dann bei Bedarf (zum Beispiel in emotional belastenden Situationen) abrufen zu können.

Eine weitere Übung (Meta-Gefühle) geht einen eher umgekehrten Weg. Hier geht es darum, eine als belastend empfundene Situation nochmal gedanklich zu durchleben und dann zu versuchen, Distanz dazu aufzubauen und realistische Handlungsalternativen zu überlegen.

Die Seite über den Gesichtsausdruck beschäftigt sich damit, wie sich der Gesichtsausdruck anderer Menschen auf uns auswirkt, aber auch wie wir selbst durch einen (zunächst künstlichen) Gesichtsausdruck Einfluss auf unsere Stimmung nehmen können.

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