Dienstag, 10. Juni 2014

Bewusst leben - aber ohne Aktionismus

In seinem Blog-Artikel Schwere und Leichtigkeit macht sich Christian Spannagel darüber Gedanken, ehrlich und humorvoll sehr bewusst durch das Leben zu gehen und die Zeit zu nutzen - gerade als Mensch, der wie er als Atheist davon ausgeht, dass die eigene Existenz mit dem Tod endet.

Ich selbst habe mittlerweile eine agnostische Haltung, was für mich bedeutet, dass ich letztlich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es irgendein "höheres Wesen" oder ein Leben nach dem Tod gibt - ich vermute eher nicht, vor allem bin ich aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es für mein Leben hier auf der Erde unbedeutend ist.

Mir ist es wichtig, bewusst und in der Gegenwart zu leben, aber bei allem bewusst sein für die Endlichkeit auch nicht in einen Aktionismus zu verfallen und zu meinen, dass ich jetzt das Maximum an Aktivitäten, Erfahrungen etc. aus meinem Leben heraus holen müsste. Diesen Aktionismus erlebe ich oft und bei vielen Menschen und ich habe den Eindruck, dass dieser eher zu Stress führt und dazu, das gerade im Moment Erlebte gar nicht bewusst wahr zu nehmen.

Bewusst zu leben bedeutet für mich, so zu leben, dass es meinen Bedürfnissen gerecht wird und nicht nur, um die Erwartungen anderer zu erfüllen, sehr wohl aber auch ihre Bedürfnisse zu sehen und mit einzubeziehen. Andererseits möchte ich aber auch so leben, dass es Nutzen bringend für andere Menschen und die Gesellschaft ist. Das ist etwas, was ich an meinem Job mit Fernstudium-Infos.de sehr mag, wenn ich zum Beispiel ein wenig dazu beitragen kann, dass jemand mit einer Weiterbildung nicht nur sein Wissen vertieft, sondern im Laufe der Zeit etwa in den Blog-Tagebüchern bemerkbar wird, wie sich einzelne Fernstudenten auch von der Persönlichkeit weiter entwickeln und zufriedener werden. Dazu gehören für mich auch die eher wenigen, aber intensiven Sozialkontakte zur Familie und Freunden und der Versuch meinen Kindern zu vermitteln, was mir wichtig erscheint. Bewusst leben bedeutet für mich auch, halbwegs nachhaltig zu leben, was sich zum Beispiel in meinem minimalistischen Lebenskonzept oder der vermehrten Wahl von Bio-Lebensmitteln/Textilien äußert - allerdings ohne da eine Show draus zu machen oder aktuellen Trends hinterher laufen zu wollen oder radikal zu werden. Denn mich in Schubladen stecken lassen oder mir gar selbst ein Label "aufdrücken", das möchte ich vermeiden.

Ach ja, und bewusst zu leben bedeutet für mich, halbwegs gesund zu leben und auf Ernährung, Bewegung und Entspannung/Schlaf zu achten und diese Zeiten als (schönen) Teil des Lebens und nicht als verschwendete Zeit zu sehen.