Dienstag, 1. Juli 2014

Leo Babauta gibt Tipps für Väter

Leo Babauta, Autor des Blogs zenhabits, hat sechs Kinder und bereits seit 21 Jahren Erfahrungen als Vater. Im Beitrag The Essence of Fatherhood: 6 Simple Lessons gibt er einiges von dem wieder, was er als Lehren aus dieser Zeit gezogen hat. Alle Tipps eignen sich übrigens auch für Mütter :-)

Hier meine freie Interpretation seiner sechs Tipps:

1. Liebe deine Kinder
(Your first job is to love them)
Diesen Hinweis stellt Babauta mit der Ergänzung für seine Kinder da zu sein ganz bewusst an die erste Stelle. Vieles Andere ergibt sich dann daraus fast von selbst. Wobei ich ja meine, dass Liebe für seine Kinder auch in eine verkehrte (zum Beispiel über-behütete) Richtung gehen kann. Dennoch, ohne Liebe geht es nicht - meiner Meinung nach sollte sich diese insbesondere darin ausdrücken, seine Kinder wertzuschätzen, sie in ihrer Persönlichkeit ernst zu nehmen und darin zu unterstützen, sich zu entwickeln.

2. Dein Vorbild ist wichtiger als deine Worte
(Your example is more important than your words)
Wenn wir uns ein bestimmtes Verhalten von unseren Kindern wünschen, sollten wir ihnen dieses auch vorleben. Wenn wir Kinder dazu anregen wollen zu lesen, sie uns aber selbst nie mit einem Buch in der Hand sehen wird dies wenig glaubwürdig rüber kommen. Und wer Gewaltlosigkeit predigt, aber als Konsequenzen mit Schlägen droht oder diese anwendet, wird wohl nicht sein Ziel erreichen. Sondern dass Kind lernt höchstens, wie Bestrafungen funktionieren... Manchmal sind gar nicht so viele Worte notwendig, auch wenn es natürlich wichtig ist, mit seinen Kindern zu reden.

3. Eine Umarmung bewirkt mehr als Bestrafung
(A hug is more powerful than punishment)
Wie gehen wir mit (vermeintlichen?) Fehlern unserer Kinder um oder sagen wir mit Verhaltensweisen, die wir für problematisch halten? - Ich weiß nun nicht, ob es wörtlich zu nehmen ist, dass hier eine Umarmung die richtige Reaktion ist, aber auf jeden Fall doch eine Wertschätzung die zum Ausdruck bringt, dass das Kind auch geliebt wird, wenn es etwas gemacht hat, was uns nicht gefällt. Und versuchen wir einerseits, uns in das Kind hinein zu versetzen und ihm andererseits deutlich zu machen, warum uns das Verhalten nicht gefallen hat und im Idealfall es zu schaffen, dass das Kind auch unsere Ansicht nachvollziehen und sich in uns hinein versetzen kann. Und dann ist eine Umarmung sicherlich ein besserer Abschluss, als das Kind zum Beispiel wegzuschicken in sein Zimmer... Letztlich sollen Kinder ein Verhalten ja aus Einsicht zeigen - und nicht aus Angst vor einer Bestrafung oder Liebesentzug.

4. Vertraue deinen Kindern
Trust them
Lass deine Kinder Risiken eingehen und Fehler machen. Vertraue ihnen. Nur dann, wenn du ihnen etwas zutraust und ihnen vertraust, können sie auch lernen, sich selbst zu vertrauen. Sie werden erleben, dass es manchmal klappt und manchmal etwas schief geht, aber am Ende doch wieder alles gut wird.

5. Lass sie so wie sie sind und werden
Let them be who they’re going to be
Eltern haben oft sehr genaue Vorstellungen darüber, wie die Kinder sein und sich entwickeln sollen. Vielleicht sollen sie werden, wie man selbst ist. Vielleicht sollen sie aber auch gerade die Fehler, die man selbst gemacht hat und rückblickend bereut nicht machen. Dennoch sollen wir sie ihre eigenen Erfahrungen und Fehler machen lassen und ihren Weg finden lassen und sie auch selbst festlegen lassen, was ihnen wichtig ist. Auch wenn wir das vielleicht nicht verstehen können.

6. Mach was mit ihnen
Read with them
Babauta überschreibt diesen Absatz zwar mit "Lies mit ihnen", führt dann aber weiter aus, mit ihnen Ball zu spielen, mit ihnen raus zu gehen und sich mit ihnen zu unterhalten und vieles andere mehr, was er noch aufführt. Seine Empfehlung ist hier wohl, aktive Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, Spaß mit ihnen zu haben, sie zu unterstützen und eine Beziehung zu ihnen zu pflegen.

Der Artikel endet damit, dass Leo Babauta darauf eingeht, dass eine Zeit kommt, wo die Kinder sich loslösen und ihren Vater nicht mehr so sehr benötigen und weniger Zeit mit ihm verbringen - aber dass der Vater doch für sie da ist, wenn sie ihn brauchen, zum Beispiel weil sie eine Schulter benötigen, um sich auszuweinen. Fand ich bemerkenswert, dass er dieses Trost geben als Funktion des Vaters ausführt. Ich sehe das auch so, aber typischerweise wird dies ja eher der Mutter zugeordnet.

Er schließt mit den Worten: "What a joyful thing, to be a dad."