Mittwoch, 5. November 2014

Was ich aus dem Buch Downgrade Deluxe mitnehme

Auf das Buch "Downgrade Deluxe: Mehr Zeit - Mehr Ruhe - Mehr von Dir" von Noemi Nolden (Amazon*) bin ich über den Blog MinimaMuse aufmerksam geworden.

Es folgt keine klassische Rezension oder umfassende Buchvorstellung, sondern es geht mir um eine Zusammenfassung der Gedanken, die ich für mich aus dem Buch mitgenommen habe bzw. die ich mir zu verschiedenen Punkten des Buchs gemacht habe.

Das Konzept von Downgrade Deluxe basiert darauf loszulassen und zu reduzieren - allerdings ohne sich dabei einzuschränken oder so minimalistisch wie möglich zu leben, sondern um das für sich selbst richtige und angenehme Maß zu finden. Das entspricht auch meinen Vorstellungen von Minimalismus. Und ich gehe auch mit der Einstellung konform, dass die Motive (auch) egoistischer Art sind - ich möchte freier, unbeschwerter und gesünder leben. Wobei es mir schon auch wichtig ist, dabei auf Nachhaltigkeit zu achten und die Umwelt zu schonen, oft als bewusster Nebeneffekt (wenn ich zum Beispiel bevorzugt auf Bioprodukte setze), teilweise aber auch ganz gezielt ohne direkten eigenen Vorteil (wenn ich beispielsweise Recycling-Papier kaufe, das oft sogar teurer als die konventionelle Ware ist).

Als ein Ziel von Downgrade Deluxe wird Zufriedenheit genannt, die sich fast von selbst einstellt, wenn die Komplexität des Lebens abnimmt und mehr Zeit und auch gedanklicher Raum für die Beschäftigungen und Menschen bleibt, die einem wichtig sind.

Im Buch wird der Begriff Suffizienz eingeführt die vorliegt, wenn etwas ausreichend ist, das richtige Maß hat. In diesem Zusammenhang wird das Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2013 zitiert: "Soviel du brauchst". Was jeder für sich selbst wirklich braucht, ist mitunter allerdings gar nicht so leicht herauszufinden und gilt es immer wieder kritisch zu hinterfragen, zum Beispiel indem eine Anschaffung nicht sofort durchgeführt, sondern erstmal nur notiert wird.

Es lohnt sich, immer mal wieder inne zu halten und sich zu fragen, was gerade in diesem Moment mit einem los ist:
(ich notiere unter den Fragen mal beispielhaft meine Antworten, die sich mir gerade beim Schreiben der Fragen ergeben haben)
- Wo bin ich gerade in Gedanken?
> Ist diese Schreibweise des Blogbeitrags für mögliche Leser überhaupt interessant und nachvollziehbar?
- Wie fühle ich mich?
> unruhig, etwas gehetzt
- Wie fühlt sich mein Körper?
> müde, leicht schlapp
- Mache ich gerade etwas für mich Sinnvolles?
> ja, ich finde es gut mich mit diesen Inhalten zu beschäftigen, könnte mich aber auch beruflich produktiveren Aufgaben zuwenden

Achtsamkeitsübung für zwischendurch:
- Was sehe ich gerade?
- Was höre ich gerade?
- Wie fühle ich mich gerade?
- Welche Gedanken habe ich gerade?

Es allen recht zu machen ist unmöglich - und dies zu wollen stiehlt einem die Zeit und erzeugt unnötigen Stress und Druck. Meiner Meinung nach folgt daraus aber nicht, jetzt rein egoistisch durch's Leben zu gehen und nicht mehr nach den Bedürfnissen anderer zu fragen. Eher im Gegenteil, statt sich Gedanken zu machen, wie man es anderen recht machen könnte, gilt es gezielt zu erfragen, welche Bedürfnisse andere haben, ob diese mit den eigenen Bedürfnissen übereinstimmen oder konträr dazu sind - und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen. Und diese darf dann auch ruhig mal ein "Nein" sein. Sehr gut hat mir dieser Satz aus dem Buch gefallen:
Wenn andere dich nicht mögen, weil du Grenzen setzt, dann nur, weil du nicht so funktionierst, wie sie es gerne hätten.
Zur Aufgabenplanung wird unter anderem empfohlen, auch Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeit mit einzubeziehen und ihnen Verantwortung zu übertragen (zum Beispiel für das Tisch decken). Außerdem:
- Unangenehme Aufgaben gleich am Morgen erledigen: Dieses Konzept kenne ich unter dem Begriff "Eat that frog!"
- Einzelaufgaben in Blöcken bündeln (Mails, Telefonate etc.)
- Zeitrahmen für Aufgaben festlegen: Oft benötigt eine Aufgabe so viel Zeit, wie man ihr gibt
- Zeitdiebe ermitteln und Störfaktoren reduzieren, zum Beispiel durch gezielte Vereinbarungen mit der Familie
- Zeitverschwendung, Berieselung, Ablenkung nur bewusst und im notwendigen Maß, um zum Beispiel gezielt abzuschalten. Oft ist es eigentlich besser, sich dann tatsächlich auszuruhen oder vielleicht schlafen zu gehen, sich zu bewegen oder mit dem Problem zu beschäftigen, das einen beschäftigt, statt sich "wegzubeamen". Wichtig im Leben sind eigene Erfahrungen, diese machen uns glücklich und zufrieden. Selbst die unschönen Erfahrungen stärken uns oft hinterher, wenn wir sie durchgestanden haben. Erfahrungen anderer (Helden im Film oder Buch etwa) macht das Gehirn nicht zu unseren eigenen Erfahrungen, selbst wenn wir mit den Helden mitfiebern - eher kommt das Gefühl auf, so sein zu wollen wie diese und es nicht zu schaffen.

Menschen sind glücklicher, je mehr sie sich auf das Erleben und je weniger sie sich auf das Haben konzentrieren. Auch weil einem dieser Erfahrungen keiner mehr nehmen kann.

Insgesamt hat das Buch Downgrade Deluxe für mich einiges nochmal deutlich gemacht oder in Erinnerung gerufen, was mir wichtig ist. Wirklich Neues hat es mir jetzt eher nicht gebracht, was aber auch daran liegen mag, dass ich mich mit den behandelten Themen schon sehr intensiv auseinander gesetzt habe.

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