Mittwoch, 17. Dezember 2014

LIEBSTER Award: Minimalismus Fragen und Antworten

Von den MinimaMusen bin ich zum LIEBSTER Award nominiert worden und danke hiermit für die Nominierung und nehme gerne teil :-)

Am Rande habe ich schon das eine oder andere Mal Beiträge zu dieser Aktion gesehen, mich aber noch nicht intensiv damit beschäftigt. Nachdem ich nun nominiert wurde habe ich versucht herauszufinden, wer denn hinter diesem Award steckt, der im Grund ein immerwährendes Blogstöcken (oder etwas negativer ausgedrückt ein virtueller Kettenbrief ;-)) ist. Fündig geworden bin ich nicht. Ich habe nur herausgefunden, dass sich schon einige andere mit dieser Frage beschäftigt haben und trotz umfangreicher Recherche zu keinem Ergebnis gekommen sind.

Okay, worum geht es? - Ich und einige andere haben von den MinimaMusen elf Fragen gestellt bekommen, die es in einem Blogbeitrag zu beantworten gilt. Dann sollten bis zu elf weitere Blogger (eher unbekannte sollen es sein) wieder elf (neue) Fragen gestellt werden usw.

Meine Antworten

Da ich die Fragen zum Thema Minimalismus und Leben sehr interessant fand, bin ich gerne dabei und lege dann gleich mal los:

1. Gab es für Dich einen ausschlaggebenden Moment, zum Minimalisten zu werden – eine Art Urszene?

Nein, das war eher ein schleichender Prozess. Und der hat begonnen, bevor ich von Minimalismus als Begriff gehört hatte. Mehr dazu in der nächsten Frage...

2. … und gibt es für Dich ein Vorbild in Bezug auf Dein minimalistisches Bestreben?

Insbesondere Leo Babauta mit seinem Buch "The Power of Less" und seinen Blogs Zen Habits und mnmlist. Ich kann mich aber erinnern, dass ich schon viel früher das Buch "Simplify your life" von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar J. Seiwert mit großem Interesse gelesen hatte. Vielleicht fing es sogar damit an (siehe Frage 1...)

3. Was machst Du mit den Dingen, die überflüssig geworden sind? Verkaufen? Verschenken? Wegschmeißen?

Verkaufen. Verschenken. Wegschmeißen. Wobei verschenken eher selten - weil ich nicht andere damit belasten möchte. Daher nur dann, wenn ich wirklich weiß, dass jemand das gebrauchen kann. Wenn es hier direkt am Ort eine Tauschkiste geben würde, würde da vielleicht manches rein kommen. So wird das, für das sich der Aufwand zumindest ein bisschen lohnt (diese Grenze habe ich bei einem erwarteten Erlös von 5 Euro gesetzt) bei ebay eingestellt. Was dann übrig bleibt, wird entsorgt.

4. Auf was möchtest du nicht verzichten?

Eine kleine, aber komfortable Wohnung, in der ich mich wohl fühle ist mir wichtig. Komfortabel ist mir (m)eine Wohnung dann, wenn sie angenehm warm ist (Fußbodenheizung), ruhig ist und wenn ich sie nachts zum Schlafen richtig abdunkeln kann (Rollläden). Ein schneller Internetzugang und ein guter PC sind mir ebenfalls wichtig. Einkaufsmöglichkeiten am Ort, Wald in kurzer Entfernung. Ach ja, auf ausreiched Schlaf kann und mag ich auch nicht verzichten und wenn ich es doch tue wirkt sich das schnell negativ aus. Mit der Frage "was" soll es hier vermutlich weniger um Menschen gehen, sonst würde da ja stehen "wen" - dennoch möchte ich gerne ergänzen, dass mir auch meine Sozialkontakte unverzichtbar sind.

5. Wann und warum hast Du Dich das letzte Mal reich gefühlt?

Ist "reich" ein Gefühl? Ich habe wenn, dann eher schon mal das Gefühl "Mensch, was geht es dir gut!". Das ist manchmal mit Glücksmomenten verbunden, zum Bespiel im Erleben mit meinen Kindern oder anderen Menschen, manchmal auch weil ich bewusst sehe, was mir alles möglich ist und sich so eine Zufriedenheit einstellt und manchmal wird dies auch besonders deutlich wenn ich merke, mit welchen Belastungen oder Einschränkungen andere Menschen durch das Leben gehen.

6. Was ist Luxus für dich?

Mein berufliches und privates Leben in großen Teilen nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten zu können.

7. Was bedeutet Geld für Dich?

Geld ermöglicht in gewissem Rahmen Sicherheit, Freiheit und unterstützt Gesundheit. Zum Beispiel bin ich froh, dass ich mir eine Krankenversicherung leisten kann und mich so ernähren kann, wie ich es möchte. Und es fällt mir auch leichter auf Dinge zu verzichten im Wissen, dass ich sie mir kaufen könnte, als Dinge eigentlich dringend zu benötigen und sie mir nicht leisten zu können. Auch da hilft mir der Minimalismus, da viele richtig teure Sachen für mich eh nicht mehr so interessant sind.

8. Wie viel Geld brauchst Du im Monat zum Leben?

Was gehört da alles mit dazu? Das Geld, was ich wirklich für Ernährung, Kleidung, etc. ausgebe macht einen geringeren Anteil aus als die Basiskosten wie Miete, Versicherungen, Versorgung meiner Kinder, Altersvorsorge. Insgesamt habe ich meine Ausgaben gerade in diesem Jahr sehr kritisch überdacht und reduziert, gerade was immer wieder kehrende Zahlungen wie Abos angeht. Und meine Ausgaben für Bücher habe ich sehr stark reduziert, in dem ich intensiv auf die Ausleihe (offline und immer mehr auch online, seitdem ich einen Tolino besitze) zurück greife. Und ich denke vor Anschaffungen noch mehr nach, ob ich dieses Teil jetzt wirklich brauche. Naja, manchmal auch um dann nach dem Kauf festzustellen, dass es doch überflüssig ist...

9. Haben sich deine Beziehungen zu Freunden und Familie durch Minimalismus verändert?

Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich verändert, allerdings weniger durch meine minimalistische Haltung. Die löst halt verschiedene Reaktionen von Bewunderung bis Abneigung und Unverständnis hervor. Meist wird es aber akzeptiert. Veränderungen ergeben sich vermutlich besonders dadurch, dass ich versuche sehr bewusst zu leben und sich dies auch darauf auswirkt, wie viel und in welcher Form ich mich mit anderen Menschen umgebe - und mit manchen vielleicht auch nicht mehr umgebe. Ich achte noch mehr als früher auf Qualitätszeit. Oder fühle ich mich dabei wohl, bringt es mir etwas oder bringt es dem Anderen etwas. Nur gemeinsam "Zeit totschlagen" ist nichts für mich. Gute Gespräche sind mir wichtig. Aber es darf durchaus auch mal leichtes Vergnügen sein.

10. Wofür / in welchem Projekt engagierst Du Dich “ehrenamtlich” (also ohne dafür Geld zu bekommen, das muss ja nicht in “organisierter” Form passieren)?

Auch im "ehrenamtlichen" Bereich versuche ich meine Stärken dafür einzusetzen, Menschen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen und sie in vielleicht gerade schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen und vielleicht einen Denkanstoß zu geben. Das mache ich allerdings weder in organisierter Form noch dass ich aktiv nach solchen Gelegenheiten suchen würde. Meistens ergeben sie sich einfach. Außerdem versuche ich durch gezielte Spenden Institutionen zu unterstützten, deren Konzepte mich überzeugen.

11. … und zum Schluss die Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit dem Glauben / der Spiritualität?

Ich bin in einer sehr aktiven christlichen Glaubensgemeinschaft aufgewachsen und halte viel von christlichen Werten wie Nächstenliebe und Ehrlichkeit. Andere Bereiche der christlichen Lehre
halte ich mittlerweile für eher problematisch und haben zumindest mir eher geschadet als genutzt. Jetzt habe ich eine agnostische Haltung und würde mich als kaum bis gar nicht spirituell bezeichnen - Achtsamkeit, Meditation und Yoga Nidra sind mir im Alltag wichtig, allerdings sehe ich darin nichts Spirituelles.

Meine Nominierungen

Ich nominiere die bloggenden Fernstudierenden von Fernstudium-Infos.de und verzichte ganz bewusst darauf, einzelne 5-11 namentlich zu nennen, da ich hier niemanden zur Teilnahme unter Druck setzen möchte oder dazu bringen möchte sich zu rechtfertigen, warum keine Teilnahme gewünscht ist. Dennoch hoffe ich natürlich, dass ein paar mitmachen werden :-)

Meine Fragen...

... habe ich in meinem Aufruf zur Teilnahme bei Fernstudium-Infos.de gestellt. Es sind auch keine elf Fragen geworden sondern nur acht, da ich oben bemerkt habe, wie aufwändig es ist, so viele Fragen umfassend zu beantworten. Und Fernstudierende haben ja immer wenig freie Zeit ;-)

Update 25.12.2014: Ich bin bei Fernstudium-Infos.de gebeten worden, auch diese neuen Fragen für mich selbst zu beantworten und bin dieser Bitte hier nachgekommen.

Regeln zum LIEBSTER Award

1. Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel.

2. Beantworte die 11 Fragen, die Dir der/die Blogger/in, der/die dich nominiert hat, stellt.

3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger/innen für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Facebook-Follower haben.

4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.

5. Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster Award Blog Artikel.

6. Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog Artikel.

Wie ihr merkt, habe ich mich nicht an alle Regeln gehalten. Da wird wohl mal wieder mein Freiheitsdrang deutlich und meine Abneigung, mir irgendetwas vorschreiben zu lassen ;-)