Montag, 12. Januar 2015

Psychologie Heute (Januar 2015): Wenig Neues

Die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Psychologie fand ich sehr interessant, da diese den Schwerpunkt Minimalismus hatte. Am Wochenende habe ich mir die Januar-Ausgabe digital ausgeliehen. Auszüge daraus sind als Leseprobe auch frei online zugänglich.

Laut Editorial hat die Zeitschrift ein neues Erscheinungsbild erhalten. Scheinbar wurde bei der Neugestaltung sehr zurückhaltend vorgegangen - zumindest in der PDF-Version sind mir nur wenige Änderungen aufgefallen. Zum Beispiel stehen die Leserbriefe jetzt am Ende der Zeitschrift.

Insgesamt habe ich in diesem Heft wenig Spektakuläres oder auch nur Neues gefunden, was für mich interessant war. Zum Glück kann ich die Zeitschrift über die Onleihe im Rahmen meiner Mitgliedschaft an der Kölner Stadtbibliothek kostenfrei lesen.

Was bei mir hängen geblieben ist:

Persönliche Kontakte im Alltag, zum Beispiel beim Einkauf, machen glücklich. Also die Verkäuferin auch mal kurz anlächeln oder eine freundliche Bemerkung machen, statt den Kaufprozess nur möglichst effizient und mit wenig Worten zu gestalten. Klar, stimmt - wäre mir allerdings auch ohne Studie klar gewesen ;-)

Ganz interessant fand ich das Untersuchungsergebnis, dass schlechte Laune hat auch Vorteile haben soll, wie zum Beispiel eine erhöhte Aufmerksamkeit. Muss ich mal bei mir selbst mehr drauf achten. Meiste habe ich dann schlechte Laune, wenn ich übermüdet bin oder Dinge nicht so laufen, wie ich mir das wünsche. Ob ich dann wirklich besonders aufmerksam bin, zweifel ich an. Ich habe eher den Eindruck, dass ich an solchen Tagen eher etwas unaufmerksam bin und vieles "schief" geht.

Es gab ein Interview, ob und wie viel des "täglichen Grauens" aus den Medien für uns zu lassen sollen. Ich selbst merke, dass es mir besser tut, wenn ich eine Nachrichten-Diät halte, weil mich die Ereignisse sonst oft doch beschäftigen. Und irgendwo auf der Welt gibt es immer gerade Katastrophen und bekannterweise wird über Positives eher selten berichtet.

Burnout-Klienten kommen oft mit dem Wunsch möglichst schnell wieder zu "funktionieren" in die Psychotherapie. Wichtiger ist es, an die Ursachen ran zu gehen, sonst ist die Hilfe nur vorübergehend und die Überlastungssituation wird sich wiederholen.

Perfektionismus macht krank, weil er zu Stress und erreichbaren Zielen führt - es muss nicht immer perfekt sein (Perfektionismus war der Schwerpunkt dieser Ausgabe).

Menschen, die im Leben Ziele aktiv verfolgen, leben länger als diejenigen, die vorwiegend in den Tag hinein leben.

Gegen Winterblues hilft unter anderem Bewegung an frischer Luft, wenig überraschend...

Es wurde der Begriff Regression erklärt. Meiner Meinung nach wurden die damit möglicherweise verbundenen Problematiken werden zu wenig deutlich, zum Beispiel wurde erneutes Einnässen bei Kindern (was recht häufig vorkommt) gar nicht erwähnt.

Wer das "schwarze Schaf" in der Familie war/ist (ungewolltes Kind, Nachzügler, benachteiligt, weil sich vorwiegend um ein krankes Geschwisterkind gekümmert wurde etc.), muss dies zunächst erkennen und sich dann aus dieser Opferrolle befreien, Resilienz-Fähigkeiten sind hier wichtig. In einem Video von Prof. Dr. Jutta Heller, das ich mir kürzlich angesehen habe, wurden als sieben Schlüssel der Resilienz genannt:
- Akzeptanz
- Optimismus
- Selbstwirksamkeit (eigene Bedürfnisse, eigener Weg)
- Eigenverantwortung (Opferrolle verlassen, Leistungsgrenzen kennen)
- Netzwerkorientierung (Hilfe suchen und annehmen)
- Lösungsorientierung (aktiv werden)
- Zukunftsorientierung (planen, Ziele setzen und realisieren)

Erotik ist auch nach der Anfangsphase wichtig für eine Beziehung und einer von vielen Gradmessern für die Qualität einer Partnerschaft.

Na, immerhin zeigt sich jetzt beim zusammen Schreiben, dass doch so einiges hängen geblieben ist, wieder aufgefrischt wurde oder mich zu einer weiteren Beschäftigung mit den Themen angeregt hat. Lohnt sich also doch, die Psychologie Heute zu lesen :-)