Samstag, 9. Mai 2015

Müssen Fleischesser bereit sein zu töten?

Ich bin großer Fan der NDR-Serie "7 Tage" und habe mir gestern die Folge 7 Tage... unter Schlachtern angeschaut, die auch bei YouTube verfügbar ist:



Wenn ich mich mit solchen Inhalten beschäftige, hinterfrage ich auch meinen eigenen Fleischkonsum. Ich muss sagen, wenn ich wüsste, dass das von mir verzehrte Fleisch auf die Weise produziert wird, wie es in diesem Film gezeigt wird, hätte ich ein relativ gutes Gefühl dabei. Ich habe meinen Fleischkonsum deutlich reduziert, sowohl was die Häufigkeit und auch was die Menge angeht, und achte besonders bei dem selbst verzehrten Fleisch auf Bio-Qualität in der Hoffnung, dass die Tiere dann bevor sie für mich getötet wurden ein lebenswertes Leben hatten. Wissen tue ich das natürlich nicht, besonders weil ich mein Biofleisch nicht nur beim Bio-Metzger, sondern auch im Rewe kaufe. Und wie schon im Film deutlich wurde, gibt es die familiengeführten Fleischerbetriebe mit eigener Schlachtung und Herstellung kaum noch.

Manche vertreten ja die Ansicht, dass diejenigen die Fleisch essen wollen auch in der Lage sein müssten es selbst zu töten. So hat zum Beispiel Facebook-Chef Zuckerberg vor einigen Jahren entschieden, nur noch selbstgetöte Tiere zu essen. Außer wenn mein Überleben davon abhängen würde wäre ich glaube ich nicht in der Lage ein Tier zu töten. Mir fällt es ja schon bei der sprichwörtlichen Fliege schwer und ich versuche lieber, sie aus der Wohnung zu treiben. Lediglich bei Mücken bin ich nicht zimperlich ;-). Dennoch bin ich der Meinung, dennoch Fleisch essen zu "dürfen" und denke, dass es auch schon in Vorzeiten so war, dass nicht alle, die Fleisch konsumiert haben auch selbst zur Jagd gegangen sind, sondern sicherlich auch die Sammler im Tausch gegen ihre Produkte Fleisch abbekommen haben.

Für mich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich Fleisch bewusst konsumieren möchte. Das gelingt mir nicht immer, aber doch immer häufiger. Und ich hoffe mit meinem Kaufverhalten auch einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können, dass sich an den inakzeptablen Zuständen in der Massentierhaltung etwas ändert.